| Aktuell, Presseerklärungen des FRNRW Schutz von Jesidinnen: NRW ist am Zug!

Bochum, 24.03.2026   
Pressemitteilung 03/2026

Schutz von Jesidinnen: NRW ist am Zug!

Im Januar 2026 hatten alle demokratischen Fraktionen im nordrhein-westfälischen Landtag beschlossen, in NRW lebenden geduldeten Jesidinnen aus dem Irak, deren Gemeinschaft Opfer eines Völkermords der Terrormiliz IS geworden war, durch Einrichtung eines Landesaufnahmeprogramms gem. § 23 Abs. 1 AufenthG einen sicheren Aufenthalt zu ermöglichen. Wie nun bekannt geworden ist, hat das Bundesinnenministerium (BMI) dem Land NRW mit Schreiben vom 13.03.2026 sein erforderliches Einvernehmen zu dem Aufnahmeprogramm verweigert. In einem Social-Media-Beitrag vom 23.03.2026 kritisiert NRWs Flüchtlingsministerin Verena Schäffer (Grüne) die Entscheidung des BMI und kündigt an, NRW werde sich „auch weiterhin für eine Lösung auf der Bundesebene einsetzen“.

„Die Absage des BMI zeigt einmal mehr, dass der Bundesregierung im Zuge ihrer ‚Migrationswende‘ jegliches humanitäre Augenmaß fehlt“, so Birgit Naujoks, Geschäftsführerin des Flüchtlingsrats NRW. „Das Land NRW darf sich nicht mit einem Fingerzeig Richtung Berlin aus der Verantwortung stehlen, sondern muss selbst aktiv werden, um seine Initiative nicht zu leerer Symbolpolitik verkommen zu lassen!“

Dies hatte der Flüchtlingsrat NRW bereits in seiner Stellungnahme zur Integrationsausschuss-Anhörung zum geplanten Aufnahmeprogramm am 08.01.2026 angesichts der erwartbaren Ablehnung des BMI angemahnt. Darin appelliert er an das Land NRW, nach dem landesseitigen Abschiebungsstopp für jesidische Frauen und Minderjährige, der im Juni 2024 ausgelaufen war, nun einen solchen Abschiebungsstopp für jesidische Männer zu erlassen – verbunden mit der Anweisung, keine Familientrennungen vorzunehmen. Um über diese befristete Maßnahme hinaus Jesidinnen eine langfristige Perspektive zur Aufenthaltssicherung zu bieten, regt der Flüchtlingsrat NRW zudem an, die hiesigen Ausländerbehörden im Erlasswege anzuweisen, bei ausreisepflichtigen Jesidinnen von Amts wegen alle in Betracht kommenden bleiberechtlichen Optionen zu prüfen.

Damit neuen jesidischen Asylantragstellerinnen der ihnen gebührende Schutz von Anfang an zukommt, muss sich die Landesregierung darüber hinaus gegenüber dem Bund für eine Neubewertung der Lage im Irak und damit für bessere Asylchancen für irakische Jesidinnen einsetzen.

Birgit Naujoks: „Die bisherige Untätigkeit des Landes hat bereits zu vielen Abschiebungen von Menschen geführt, die NRW mit dem geplanten Landesaufnahmeprogramm eigentlich schützen wollte. Das Land muss sich jetzt entscheiden: bloßes Lippenbekenntnis oder echte humanitäre Verantwortung!“

Für Rückfragen stehen wir unter der angegebenen Telefonnummer zur Verfügung.
Fabian Bonberg, Flüchtlingsrat Nordrhein-Westfalen e.V. 

 

Die Pressemitteilung finden Sie hier auch als PDF-Datei.

 

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Ehrenamtspreis des Flüchtlingsrates NRW

Mit dem Ehrenamtspreis möchte der Flüchtlingsrat NRW das ehrenamtliche Engagement von in der Flüchtlingshilfe aktiven Initiativen und Einzelpersonen in NRW ehren und diese in ihrer Arbeit stärken.

Weitere Informationen zum Ehrenamtspreis finden Sie hier.

Nein zur Bezahlkarte: Ratsbeschlüsse aus nordrhein-westfälischen Kommunen

In dieser regelmäßig aktualisierten Übersicht dokumentiert der Flüchtlingsrat NRW, welche Kommunen sich bisher gegen die Einführung einer Bezahlkarte für Schutzsuchende entschieden haben.

Die Übersicht finden Sie hier.

Keine Propaganda auf Kosten von Flüchtlingen - Neue Arbeitsshilfe und Flyer

Als Flüchtlingsrat NRW fördern wir die Sensibilisierung und Aufklärung der Öffentlichkeit über die Situation von Flüchtlingen und setzen uns aktiv gegen menschenverachtende Ideologien ein, um Propaganda auf Kosten von Flüchtlingen entgegenzuwirken.

Die Argumentationshilfe gegen Vorurteile finden Sie hier.

Den Flyer können Sie hier runterladen. Gegen die Übernahme der Portokosten ist er zudem kostenlos bei uns bestellbar. 

Broschüre zum Engagement für Flüchtlinge in Landesunterkünften

Der Flüchtlingsrat NRW hat die Broschüre „Ehrenamtlich engagiert – für Schutzsuchende in und um Aufnahmeeinrichtungen des Landes NRW“ aktualisiert (Stand September 2025).

Die Broschüre können Sie hier herunterladen.

Kooperations- und Fördermöglichkeiten für flüchtlingsbezogene Veranstaltungen und Projekte

Broschüre des FR NRW, Stand November 2025, zu verschiedenen Institutionen, die fortlaufend für eine finanzielle Unterstützung von flüchtlingsbezogenen Projekten und Veranstaltungen, insbesondere zu flüchtlingspolitischen Themen, angefragt werden können.

Mehr dazu

Forum Landesunterbringung

Neues Webforum "Flüchtlinge in Landesaufnahmeeinrichtungen in NRW (WFL.NRW)" jetzt online!
Das Webforum möchte einen Einblick in die Situation von Flüchtlingen in Landesaufnahmeeinrichtungen ermöglichen.

Das Webforum finden Sie hier.

 

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