| Aktuell, In eigener Sache, Jubiläum 40 Jahre Engagement: Unsere Verweisberatung

Seit vielen Jahren ist die Verweisberatung ein wichtiger Bestandteil unserer Arbeit. Sowohl für Flüchtlinge als auch für die vielen Unterstützerinnen ist es oft schwierig, sich im komplexen System aus Behörden, Beratungsstellen und rechtlichen Zuständigkeiten zurechtzufinden. Hier setzen wir mit unserem Angebot an.

 

Anlässlich unseres 40-jährigen Jubiläums möchten wir diese Arbeit hier näher vorstellen: Was genau wir tun, warum diese Unterstützung wichtig ist und wie Betroffene sowie Unterstützerinnen unsere Beratung in Anspruch nehmen können:

Was ist Verweisberatung?

Wichtig ist: Wir bieten keine individuelle Rechtsberatung an!

Unsere Verweisberatung ist eine erste Orientierungshilfe für Flüchtlinge sowie für Unterstützerinnen wie Ehrenamtliche, Sozialarbeiterinnen oder Freundinnen und Bekannte. Zentraler Bestandteil unseres Angebots ist unsere Netzheftdatenbank, in der wir Beratungs- und Anlaufstellen für Flüchtlinge in NRW aufführen. Diese wird stetig gepflegt und bildet damit den uns bekannten aktuellen Stand von Beratungsangeboten ab.

Viele Menschen wenden sich mit Fragen zum Asyl- oder Aufenthaltsrecht, zu Behörden oder zu Unterstützungsangeboten an uns und wir vermitteln diese, zumeist auf Grundlage der Netzheftdatenbank, lösungsorientiert an die entsprechenden Stellen in NRW weiter.

Bei Anfragen nach anderen Kontakten, z.B. ehrenamtlichen Initiativen, Anwältinnen oder nicht flüchtlingsspezifischen Fachberatungsstellen, greifen wir auf interne Verzeichnisse, Hinweise von Partnerorganisationen und eigene Recherche zurück.

Bei der Suche achten wir besonders auf regionale Nähe, fachliche Spezialisierung und Erreichbarkeit der Beratungsstelle

Dabei gilt: Wir dürfen keine konkrete Empfehlung aussprechen oder Werbung für einzelne Stellen machen. Stattdessen nennen wir mehrere mögliche Kontakte, aus denen Ratsuchende selbst auswählen können.

Die Verweisberatung sorgt also dafür, dass Ratsuchende schnell an die richtige Fachstelle gelangen.

Gerade weil das deutsche Asyl- und Aufenthaltsrecht sehr komplex sind und sich Zuständigkeiten je nach Wohnort oder Aufenthaltsstatus unterscheiden, ist dieser erste Schritt für viele Flüchtlinge entscheidend.

 

 

Welche Fragen erreichen uns?

Ein großer Teil der Anfragen betrifft Themen rund um Asyl- und Aufenthaltsrecht, zum Beispiel:

  • Verlängerung oder Erteilung von Aufenthaltstiteln
  • Fragen zu Wohnsitzauflagen
  • Rechtliche Möglichkeiten bei drohender Abschiebung
  • Unterstützung bei Behördenkontakten
  • psychosoziale Unterstützung
  • Beratung zur Unterbringungssituation

 

In solchen Fällen helfen wir dabei, geeignete Beratungsstellen oder Anwältinnen zu finden, die eine fachliche Beratung im Einzelfall leisten können.

 

Wie funktioniert unsere Verweisberatung?

Unsere Verweisberatung erfolgt hauptsächlich auf zwei Wegen:

 

Beratung per Telefon

Viele Anfragen erreichen uns telefonisch.

Telefonzeiten:

Montag bis Freitag von 10 bis 16 Uhr

In dieser Zeit nehmen wir Anrufe über unsere zentrale Telefonnummer 0234 - 587315 – 6 entgegen.

Das Gespräch beginnt in der Regel damit, dass wir kurz die folgenden Fragen klären:

Worum geht es in dem Anliegen? In welcher Stadt oder Region lebt die betroffene Person? Welche Unterstützung wird konkret gesucht?

Auf dieser Grundlage recherchieren wir passende Anlaufstellen. Dazu gehören beispielsweise Angaben aus unserer Netzheftdatenbank wie regionale Flüchtlingsberatungsstellen und psychosoziale Zentren, darüber hinaus auch spezialisierte Organisationen und Anwältinnen für Migrationsrecht. Anschließend geben wir Kontaktdaten, Telefonnummern oder E-Mail-Adressen weiter, damit die Ratsuchenden direkt Kontakt aufnehmen können.

Alle Gespräche behandeln wir selbstverständlich vertraulich.

 

Beratung per E-Mail

Auch per E-Mail erhalten Ratsuchende die passenden Kontakte.

Insbesondere auf diesem Weg melden sich auch Flüchtlinge, die in Landesunterbringungseinrichtungen leben. In solchen Fällen prüfen wir zunächst, ob es vor Ort eine Verfahrens- oder Sozialberatungsstelle gibt, an die wir verweisen können. Wenn dort keine passende Beratung vorhanden ist, suchen wir nach (ggf. anderen Fach-)Beratungsstellen in der Region oder lokalen ehrenamtlichen Initiativen.

 

Checkliste: Wichtige Hinweise zur Beratung

Damit unsere Verweisberatung für alle hilfreich bleibt, weisen wir auf Folgendes hin:

1. Keine individuelle Rechtsberatung

Wir können keine rechtliche Bewertung eines konkreten Falls vornehmen. Eine solche Beratung kann nur durch eine spezialisierte Anwältin oder eine qualifizierte Beratungsstelle erfolgen.

2. Eigenrecherche oder Kontaktaufnahme

Um Ihnen eine schnelle Eigenrecherche zu ermöglichen, stellen wir unsere Netzheftdatenbank zur Verfügung. Mit diesem Adressverzeichnis kommen Sie in vielen Fällen weiter. Sollten Sie darüber hinaus Anlaufstellen benötigen, können Sie gerne Kontakt zu uns aufnehmen

3. Orientierung statt Entscheidung

Unsere Aufgabe ist es, Orientierung zu geben und Wege aufzuzeigen und nicht, konkrete Entscheidungen für Ratsuchende zu treffen.

4. Vertraulichkeit

Alle Anfragen behandeln wir vertraulich.

5. Spezialthema: Kirchenasyl

Wir vermitteln keine Plätze für Kirchenasyl, allerdings erreichen uns auch zu diesem Thema immer wieder Anfragen. Die entsprechenden Anlaufstellen finden Sie in unserer Netzheftdatenbank. Außerdem empfehlen wir, dass Betroffene selbst Kontakt zu Kirchengemeinden aufnehmen, da diese eigenständig über mögliche Unterstützung entscheiden.

 

Leitfaden für Flüchtlinge und Unterstützerinnen : So nutzen Sie unsere Verweisberatung

Wenn Sie Unterstützung suchen, schauen Sie gerne zunächst in unsere Netzheftdatenbank. Sollten Sie darüber hinaus Kontakte benötigen, können Sie sich direkt an uns wenden.

Damit wir Ihnen möglichst schnell helfen können, ist es hilfreich, wenn Sie folgende Informationen bereithalten:

  • Ihre Stadt oder Region
  • eine kurze Beschreibung Ihres Anliegens
  • falls vorhanden: wichtige Fristen oder Termine
  • ob Sie bereits Kontakt zu einer Beratungsstelle hatten

 

Sie erreichen uns: telefonisch während der Telefonzeiten oder per E-Mail über die Adressen unserer Geschäftsstelle.

 

Wir helfen Ihnen anschließend dabei, eine passende Beratungs- bzw. Anlaufstelle oder Anwältin zu finden.

 

Viele Flüchtlinge stehen vor einem komplizierten System aus Behörden, Gesetzen und Zuständigkeiten. Ohne Unterstützung ist es oft schwer zu erkennen, wo überhaupt Hilfe zu finden ist. Unsere Verweisberatung schafft hier Orientierung. Sie verbindet Menschen mit den richtigen Stellen, stärkt Unterstützungsnetzwerke und sorgt dafür, dass Flüchtlinge Zugang zu qualifizierter Beratung erhalten. Auch nach 40 Jahren Engagement bleibt diese Aufgabe zentral für unsere Arbeit. Denn gute Beratung beginnt oft mit einer einfachen, aber entscheidenden Frage: Wo finde ich die richtige Unterstützung?

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Ehrenamtspreis des Flüchtlingsrates NRW

Mit dem Ehrenamtspreis möchte der Flüchtlingsrat NRW das ehrenamtliche Engagement von in der Flüchtlingshilfe aktiven Initiativen und Einzelpersonen in NRW ehren und diese in ihrer Arbeit stärken.

Weitere Informationen zum Ehrenamtspreis finden Sie hier.

Nein zur Bezahlkarte: Ratsbeschlüsse aus nordrhein-westfälischen Kommunen

In dieser regelmäßig aktualisierten Übersicht dokumentiert der Flüchtlingsrat NRW, welche Kommunen sich bisher gegen die Einführung einer Bezahlkarte für Schutzsuchende entschieden haben.

Die Übersicht finden Sie hier.

Keine Propaganda auf Kosten von Flüchtlingen - Neue Arbeitsshilfe und Flyer

Als Flüchtlingsrat NRW fördern wir die Sensibilisierung und Aufklärung der Öffentlichkeit über die Situation von Flüchtlingen und setzen uns aktiv gegen menschenverachtende Ideologien ein, um Propaganda auf Kosten von Flüchtlingen entgegenzuwirken.

Die Argumentationshilfe gegen Vorurteile finden Sie hier.

Den Flyer können Sie hier runterladen. Gegen die Übernahme der Portokosten ist er zudem kostenlos bei uns bestellbar. 

Broschüre zum Engagement für Flüchtlinge in Landesunterkünften

Der Flüchtlingsrat NRW hat die Broschüre „Ehrenamtlich engagiert – für Schutzsuchende in und um Aufnahmeeinrichtungen des Landes NRW“ aktualisiert (Stand September 2025).

Die Broschüre können Sie hier herunterladen.

Kooperations- und Fördermöglichkeiten für flüchtlingsbezogene Veranstaltungen und Projekte

Broschüre des FR NRW, Stand November 2025, zu verschiedenen Institutionen, die fortlaufend für eine finanzielle Unterstützung von flüchtlingsbezogenen Projekten und Veranstaltungen, insbesondere zu flüchtlingspolitischen Themen, angefragt werden können.

Mehr dazu

Forum Landesunterbringung

Neues Webforum "Flüchtlinge in Landesaufnahmeeinrichtungen in NRW (WFL.NRW)" jetzt online!
Das Webforum möchte einen Einblick in die Situation von Flüchtlingen in Landesaufnahmeeinrichtungen ermöglichen.

Das Webforum finden Sie hier.

 

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