| Mitwirkungspflichten, Äthiopien/Eritrea BMI konkretisiert Vorgaben zur Passbeschaffung für eritreische Staatsangehörige

Das Bundesministerium des Innern (BMI) hat am 20. Januar neue Handlungsempfehlungen zum Umgang mit eritreischen Staatsangehörigen im ausländerrechtlichen Pass- und Dokumentenwesen herausgegeben. Das Rundschreiben vom 20. Januar 2026 aktualisiert damit eine vorangegangene Information aus dem Jahr 2023

Anlass für die Neuregelung sind aktuelle Erfahrungen der Ausländerbehörden sowie Beratungen der Arbeitsgruppe Ausländer- und Asylrecht (ARB) vom November 2025. Im Kern geht es um die Frage, unter welchen Umständen es für eritreische Staatsangehörige zumutbar ist, bei ihrer Botschaft einen Nationalpass zu beantragen.

Zwar hält das Ministerium an der Rechtsauffassung fest, dass die Abgabe einer sogenannten „Reueerklärung“ – in der Betroffene eine begangene Straftat (meist die Flucht aus Eritrea) eingestehen – weiterhin unzumutbar ist. Dennoch wird ein genereller Verzicht auf die Vorsprache bei der Botschaft aufgehoben. Begründet wird dies mit einer veränderten Ausstellungspraxis der eritreischen Auslandsvertretungen.

Die neuen Leitlinien sehen vor:

  • Einzelfallprüfung: Die Zumutbarkeit der Passbeschaffung muss individuell geprüft werden.
  • Vorsprachepflicht: Ausländerbehörden können Betroffene grundsätzlich zur Vorsprache in der Botschaft auffordern, um die Identität zu klären.
  • Mitwirkungspflicht: Eine pauschale Verweigerung der Mitwirkung unter Verweis auf frühere Rechtsprechung reicht nicht mehr aus, um Unzumutbarkeit zu begründen.
  • Schutz bei Reueerklärung: Nur wenn eine Person glaubhaft darlegt, dass konkret eine Reueerklärung verlangt wird, soll von weiteren Vorsprachen abgesehen werden.

Das Ministerium betont zudem die Bedeutung einer frühzeitigen Identitätsklärung durch einen Nationalpass mit Blick auf spätere Einbürgerungsverfahren, für die strengere gesetzliche Anforderungen gelten.

Bitte beachten Sie, dass die Bundesländer die Vorgaben des Bundesinnenministeriums (BMI) in der Regel durch Runderlasse oder aktualisierte Anwendungshinweise an die lokalen Ausländerbehörden umsetzen.

Zum jetzigen Zeitpunkt liegt uns nur ein aktueller Erlass aus Nierdersachsen vor üben denen wir bereits am 22. Dezember 2025 berichtet haben. 

 

 

 

 

 

 

Zurück zur Startseite

Ehrenamtspreis des Flüchtlingsrates NRW

Mit dem Ehrenamtspreis möchte der Flüchtlingsrat NRW das ehrenamtliche Engagement von in der Flüchtlingshilfe aktiven Initiativen und Einzelpersonen in NRW ehren und diese in ihrer Arbeit stärken.

Weitere Informationen zum Ehrenamtspreis finden Sie hier.

Nein zur Bezahlkarte: Ratsbeschlüsse aus nordrhein-westfälischen Kommunen

In dieser regelmäßig aktualisierten Übersicht dokumentiert der Flüchtlingsrat NRW, welche Kommunen sich bisher gegen die Einführung einer Bezahlkarte für Schutzsuchende entschieden haben.

Die Übersicht finden Sie hier.

Keine Propaganda auf Kosten von Flüchtlingen - Neue Arbeitsshilfe und Flyer

Als Flüchtlingsrat NRW fördern wir die Sensibilisierung und Aufklärung der Öffentlichkeit über die Situation von Flüchtlingen und setzen uns aktiv gegen menschenverachtende Ideologien ein, um Propaganda auf Kosten von Flüchtlingen entgegenzuwirken.

Die Argumentationshilfe gegen Vorurteile finden Sie hier.

Den Flyer können Sie hier runterladen. Gegen die Übernahme der Portokosten ist er zudem kostenlos bei uns bestellbar. 

Broschüre zum Engagement für Flüchtlinge in Landesunterkünften

Der Flüchtlingsrat NRW hat die Broschüre „Ehrenamtlich engagiert – für Schutzsuchende in und um Aufnahmeeinrichtungen des Landes NRW“ aktualisiert (Stand September 2025).

Die Broschüre können Sie hier herunterladen.

Kooperations- und Fördermöglichkeiten für flüchtlingsbezogene Veranstaltungen und Projekte

Broschüre des FR NRW, Stand November 2025, zu verschiedenen Institutionen, die fortlaufend für eine finanzielle Unterstützung von flüchtlingsbezogenen Projekten und Veranstaltungen, insbesondere zu flüchtlingspolitischen Themen, angefragt werden können.

Mehr dazu

Forum Landesunterbringung

Neues Webforum "Flüchtlinge in Landesaufnahmeeinrichtungen in NRW (WFL.NRW)" jetzt online!
Das Webforum möchte einen Einblick in die Situation von Flüchtlingen in Landesaufnahmeeinrichtungen ermöglichen.

Das Webforum finden Sie hier.

 

Gefördert u.a. durch: