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| Junge Flüchtlinge ab 16 Jahre: Schwierigkeiten beim Schulzugang

Gerade für junge Flüchtlinge ab einem Alter von 16 Jahren gestaltet sich der Schulzugang nach wie vor schwierig. 

In NRW besteht nur bis zur Vollendung des 16. Lebensjahres Vollzeitschulpflicht und danach, bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres, lediglich Teilzeitschulpflicht. Wenn die Jugendlichen also 16 Jahre oder älter sind, ist es für sie kaum möglich, noch in Regelschulen unterzukommen, um dort einen Schulabschluss zu machen. Ihnen bleibt oft nur der Besuch eines Berufskollegs, das dann aber den Fokus auf den Übergang zwischen Schule und Beruf legt, oder der Besuch einer Volkshochschule. 

Neu Zugewanderte, die noch der Schulpflicht in der Sekundarstufe II unterliegen und über keine ausreichenden deutschen Sprachkenntnisse für die Teilnahme am Unterricht in einer Regelklasse in Bildungsgängen der Berufskollegs verfügen, werden in Internationalen Förderklassen (IFK) aufgenommen. Diese bieten die Möglichkeit, einen dem Hauptschulabschluss gleichwertigen Abschluss zu erwerben. 

Besuch der Berufsschule in NRW seit dem 01.02.2017 auch mit über 18 Jahren möglich

Um der besonderen Situation junger Menschen nach einer Flucht und der damit verbundenen verlorenen Bildungsjahre gerecht zu werden, wurde mit der Kampagne SCHULE FÜR ALLE! u. a. gefordert, den Berufsschulzugang, mit der Möglichkeit einen Schulabschluss zu erwerben, auch für junge Flüchtlinge bis 27 Jahre umfassend zu ermöglichen – etwa über eine Erweiterung der (Berufs-)Schulpflicht. 

Auch Kammern, Wirtschaftsverbände, der DGB sowie die damaligen Oppositionsparteien CDU und FDP hatten sich längere Zeit für eine Ausweitung der Schulpflicht für junge Flüchtlinge ausgesprochen. Am 29.11.2016 gab das damalige Schulministerium dann bekannt, seine „Angebotspalette“ für neu Zugewanderte über 18 Jahre ab dem 01.02.2017 auszuweiten. CORRECTIV hatte darüber in diesem Artikel vom 29.11.2016 berichtet. 

Bei dem neuen Angebot ‚Fit für mehr!‘ handelt es sich um ein vorgelagertes Bildungsangebot an Berufskollegs. Nicht mehr schulpflichtige Flüchtlinge bis 25 Jahre können sich darin bis zu einem Jahr schulisch auf den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt vorbereiten. Ein Schulabschluss kann allerdings nicht erworben werden. 

Im Anschluss an „Fit für mehr!“ können die nicht mehr schulpflichtigen jungen Menschen ggf. in die Bildungsgänge der Ausbildungsvorbereitung in Teilzeit wechseln, um dort dann einen dem Hauptschulabschluss gleichwertigen Abschluss zu erwerben. Sie werden jedoch nur im Rahmen vorhandener Kapazitäten aufgenommen. In dieser Broschüre „Übersicht über zentrale Angebote zur Integration in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt“ (Stand: Mai 2018) werden die zentralen Förderinstrumente des Landes NRW, des Bundes und der Bundesagentur für Arbeit für die Zielgruppe junge Flüchtlinge gelistet und erläutert. 

Ausweitung der (Berufs-)Schulpflicht steht aus

Die umfassende Ermöglichung des Berufsschulzugangs steht damit weiter aus. 

Im Koalitionsvertrag der aktuellen Regierungsparteien CDU und FDP ist die Einführung einer Schulpflicht für nicht mehr schulpflichtige junge Flüchtlinge vorgesehen. Umgesetzt wurde dieses Vorhaben bisher jedoch nicht. In der Antwort der Landesregierung vom 15.01.2018 auf eine Kleine Anfrage der SPD heißt es, man werde zur Umsetzung des Koalitionsvertrags „eine verpflichtende Bildungsmaßnahme für Flüchtlinge über 18 Jahren im Rahmen der rechtlichen Möglichkeiten einführen“. Ein konkreter Umsetzungszeitpunkt konnte jedoch nicht benannt werden.

Die aktuellen Bestimmungen u. a. zum Berufsschulzugang für junge Flüchtlinge finden Sie in diesem Erlass des Ministeriums für Schule und Bildung NRW vom 15.10.2018.

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Ehrenamtspreis des Flüchtlingsrates NRW

Der Flüchtlingsrat NRW verlieh den Ehrenamtspreis erstmals 2016 anlässlich seines dreißigjährigen Bestehens. Mit diesem Preis möchte der Flüchtlingsrat NRW das ehrenamtliche Engagement von in der Flüchtlingshilfe aktiven Initiativen und Einzelpersonen in NRW ehren und diese in ihrer Arbeit stärken.

Weitere Informationen zum Ehrenamtspreis finden Sie hier.

#NichtMeineLager

PRO ASYL und die landesweiten Flüchtlingsräte warnen vor Ausgrenzung und Isolation von Geflüchteten in Lagern, AnkER-Zentren und anderen Orten der Stigmatisierung und Entwürdigung.

Zum Tag des Flüchtlings 2018 startete deswegen die Kampagne #NichtMeineLager.
Die Broschüre zu der Kampagne finden Sie hier.

(Aktualisierter) Flyer zur Entkräftung von Vorurteilen erschienen!

Der Flyer "Flüchtlinge sind an allem schuld!"  kann zum Jahresbeginn 2019 unter initiativen.at.frnrw.de bestellt werden.
Weitere Informationen zu dem Flyer finden Sie hier.


100 Jahre unschuldig in Haft!

„100 Jahre Abschiebehaft” richtet sich an alle, die sich für Abschiebehaftgefangene einsetzen (wollen) und von einer Gesellschaft ohne Abschiebehaft träumen. Bisher sind bereits zwei Veranstaltungen geplant: 

  • 10.-12.05.2019: Dezentrale Aktionstage vor allen Abschiebegefängnissen
  • 31.08.2019: Großdemo in Büren und Paderborn (Infos hier)

Kooperations- und Fördermöglichkeiten für flüchtlingspolitische Veranstaltungen und Projekte

Broschüre des FR NRW, Stand April 2018, zu verschiedenen Institutionen, die fortlaufend für eine finanzielle Unterstützung von Projekten und Veranstaltungen zu flüchtlingspolitischen Themen angefragt werden können.
Mehr dazu

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