Unterbringung von Flüchtlingen

Menschen, die in Deutschland um Asyl nachsuchen, können sich in aller Regel nicht aussuchen, wo und wie sie wohnen möchten. Nach der Ankunft in Deutschland müssen sich Schutzsuchende bei einer behördlichen Stelle melden und werden nach dem sog. Königsteiner Schlüssel bundesweit verteilt. Die Schutzsuchenden werden ausschließlich nach organisatorischen Gesichtspunkten, die sich am föderalen Verwaltungsaufbau Deutschlands orientieren, verteilt. Persönliche Bedürfnisse, beispielsweise vorhandene Kontakte,

finden grundsätzlich keine Berücksichtigung.
Mit der Äußerung des Asylgesuchs geht in der Regel eine Wohnverpflichtung in einer Landesaufnahmeeinrichtung einher. Diese Landesaufnahmeeinrichtungen werden in Verantwortung der Bundesländer ...

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... organisiert und betrieben. Es gibt in den einzelnen Bundesländern verschiedene Aufnahme- und Unterbringungssysteme.
Das Land Nordrhein-Westfalen hat seit Ende 2017 ein dreistufiges System der Landesaufnahme und -unterbringung (Landesaufnahmesystem in NRW).
Dabei werden die Asylsuchenden in Sammeleinrichtungen untergebracht, die u.a. in Größe, Lage und Belegung stark variieren. Die Unterbringungseinrichtungen unterscheiden sich in Erstaufnahmeeinrichtungen und Zentrale Unterbringungseinrichtungen. Letztere haben teilweise eine besondere Zweckbestimmung, dienen etwa als sog. „Schwerpunkteinrichtungen“ oder als Unterkünfte für vulnerable Personen.

Der Aufenthalt in Landesunterkünften, der mit vielen gesetzlichen Einschränkungen und der Verwehrung von Teilhabemöglichkeiten verbunden ist, ist bereits in den letzten Jahren bundesweit ausgeweitet worden. Die Landesregierung NRW hatte zuletzt im Rahmen der Umsetzung ihres sog.  Asyl-Stufenplans die Ausweitung der Unterbringung auf Landesebene für bis zu 24 Monate realisiert. Ziel der Ausweitung ist laut Gesetzesbegründung, Ausreisen und Abschiebungen verstärkt aus den Landesunterkünften organisieren zu können und die Kommunen zu entlasten. Das entsprechende Gesetz trat am 19.12.2018 in Kraft und wurde durch einen Erlass des MKFFI vom 16.07.2019 konkretisiert. Bundesweit müssen Schutzsuchende mit Inkrafttreten des "Zweiten Gesetz zur besseren Durchsetzung der Ausreisepflicht" am 21.08.2019 zudem bis zu 18 Monate in Landesunterkünften verbleiben (Unterbringung auf Landesebene).

Nordrhein-Westfalen steht mit der Organisation seines Landesaufnahmesystems den sog. „AnkER-Zentren“, wie sie auf Bundesebene geplant wurden und in einigen Bundesländern bereits umgesetzt werden, in kaum etwas nach (Kritik an Landesunterbringung und AnkER-Zentren).
Als grundsätzlich positiv ist die Entwicklung von Mindeststandards und eines Landesgewaltschutzkonzepts für die Landesaufnahme zu sehen (Qualitätsstandards auf Landesebene). Die Umsetzung dieser Standards und Konzepte steht jedoch vielfach noch aus.

Erst nach einer Zuweisung durch die Bezirksregierung Arnsberg – die oftmals erst nach mehreren Monaten oder gar Jahren stattfindet– werden die Kommunen für die Unterbringung zuständig. In den Kommunen werden Schutzsuchende unterschiedlich untergebracht. Oftmals müssen sie über Jahre in Sammelunterkünften wohnen (Unterbringung in den Kommunen).


In eigener Sache, Publikationen, Publikationen, Ehrenamt in Landesunterkünften Neue Broschüre zum Engagement für Flüchtlinge in Landesunterkünften

Der Flüchtlingsrat NRW hat die Broschüre „Ehrenamtlich engagiert – für Schutzsuchende in und um Aufnahmeeinrichtungen des Landes NRW“ veröffentlicht (Stand Januar 2020).
Wir möchten mit dieser Broschüre aufzeigen, warum Ehrenamt in Landesaufnahmeeinrichtungen wichtig ist und welche Formen des...

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Ehrenamt in Landesunterkünften Engagement trägt zu fairen Asylverfahren bei!

Flüchtlinge benötigen Informationen über den Ablauf des Asylverfahrens und darüber, worauf es in der Anhörung ankommt. Um eine Chance zu haben, Schutz zu erhalten, muss die Fluchtgeschichte in der Anhörung so detailliert, vollständig und widerspruchsfrei wie möglich vorgetragen werden. Insbesondere...

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Ehrenamt in Landesunterkünften Engagement ermöglicht Sprache, Kontakt und Entlastung!

(Ehrenamtliche) Angebote außerhalb der Landesunterkunft wahrnehmen zu können, stellt für Flüchtlinge vielfach eine Verbesserung ihrer Lebenssituation dar. Sie sind nicht nur gut, um mal „rauszukommen“. In offenen Treffs können Flüchtlinge bspw. auch Kontakte knüpfen, die sie in der Folge bei der...

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Ehrenamt in Landesunterkünften Engagement schafft Orientierung!

Bewohnerinnen von Landesunterkünften sind i. d. R. erst kurze Zeit in Deutschland und benötigen daher häufig Unterstützung bei der Orientierung u. a. im System von Anlaufstellen und Behörden. Neben Anlaufstellen und Behörden, die in den Landesunterkünften selbst vorhanden sind, sind manchmal auch...

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Ehrenamt in Landesunterkünften Engagement löst das Recht auf Schule ein!

Kinder im schulpflichtigen Alter haben während des Aufenthalts in einer Landesunterkunft in NRW ein Schulbesuchsrecht, das jedoch nur selten eingelöst wird. Bildungsbiografien werden so nicht selten ein halbes Jahr und länger unterbrochen oder beginnen gar nicht erst. Die lange Unterbrechung...

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Ehrenamt in Landesunterkünften Engagement schafft Mobilität!

Die Mobilität von Bewohnerinnen von Landesunterkünften ist aufgrund einer abseitigen Lage der Landesunterkunft, einer fehlenden Anbindung an den ÖPNV und/oder unzureichender finanzieller Mittel häufig eingeschränkt. Eine Möglichkeit dieses Problem abzumildern ist, den Bewohnerinnen Fahrräder...

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Ehrenamt in Landesunterkünften Engagement qualifiziert!

Bildungsangebote wahrzunehmen ist aus einer Landesunterkunft heraus noch schwieriger als für Flüchtlinge, die bereits in einer Kommune leben. Es gibt i. d. R. weniger Möglichkeiten, die dafür erforderlichen Sprachkenntnisse zu erwerben. Häufig stehen kommunale Angebote den ZUE-Bewohnerinnen zudem...

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Ehrenamt in Landesunterkünften Engagement aktiviert!

(Ehrenamtliche) Angebote außerhalb der Landesunterkunft wahrnehmen zu können, stellt für Flüchtlinge vielfach eine Verbesserung ihrer Lebenssituation dar. Bei ehrenamtlich organisierten Aktionen können Flüchtlinge aktiv werden. In offenen Treffs oder Cafés können sie zudem Kontakte knüpfen, die sie...

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Ehrenamtspreis des Flüchtlingsrates NRW

Der Flüchtlingsrat NRW verlieh den Ehrenamtspreis erstmals 2016 anlässlich seines dreißigjährigen Bestehens. Mit diesem Preis möchte der Flüchtlingsrat NRW das ehrenamtliche Engagement von in der Flüchtlingshilfe aktiven Initiativen und Einzelpersonen in NRW ehren und diese in ihrer Arbeit stärken.

Weitere Informationen zum Ehrenamtspreis finden Sie hier.

Forum Landesunterbringung


Neues Webforum "Flüchtlinge in Landesaufnahmeeinrichtungen in NRW (WFL.NRW)" jetzt online!
Das Webforum möchten einen Einblick in die Situation von Flüchtlingen in Landesaufnahmeeinrichtungen ermöglichen.

Das Webforum finden Sie hier.

(Aktualisierter) Flyer zur Entkräftung von Vorurteilen erschienen!

Der Flyer "Flüchtlinge sind an allem schuld!" (Stand Dezember 2019) kann demnächst wieder gegen Erstattung der Portokosten unter initiativen@frnrw.de bestellt werden (Vorbestellungen nehmen wir auch jetzt schon entgegen).

Weitere Informationen zu dem Flyer finden Sie hier.


Neue Broschüre zum Engagement für Flüchtlinge in Landesunterkünften

Der Flüchtlingsrat NRW hat die Broschüre „Ehrenamtlich engagiert – für Schutzsuchende in und um Aufnahmeeinrichtungen des Landes NRW“ veröffentlicht (Stand Januar 2020).

Die Broschüre können Sie hier herunterladen.

Kooperations- und Fördermöglichkeiten für flüchtlingspolitische Veranstaltungen und Projekte

Broschüre des FR NRW, Stand Juni 2019, zu verschiedenen Institutionen, die fortlaufend für eine finanzielle Unterstützung von Projekten und Veranstaltungen zu flüchtlingspolitischen Themen angefragt werden können.
Mehr dazu

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