Unsicheres Afghanistan

Die Zahl der zivilen Opfer in Afghanistan in den ersten neun Monaten dieses Jahres zeigt die Kontinuität der Bedrohung auf, die bereits im Jahr 2018 und davor deutlich war. Die Gesamtzahl der zivilen Opfer in den ersten neun Monaten 2019 betrug 8.239, 2.563 getötete Zivilist*innen und 5.676 Verletzte. Während die UNAMA im ersten Halbjahr 2019 einen Rückgang der zivilen Opfer im
Vergleich zum Vorjahr dokumentierte, stiegen die Opferzahlen der zivilen Opfer im Juli, August und September aufgrund extremer Gewalt wieder auf das Niveau der Vorjahre an. Die für Juni dokumentierten zivilen Opferzahlen stellen demnach sogar einen traurigen Rekord dar (UNAMA/ Afghanistan).

BBC-Recherchen zufolge "lebt die Hälfte der Bevölkerung in Gegenden, die entweder von den Taliban kontrolliert werden oder in denen die Taliban offen präsent sind und regelmäßig Angriffe verüben" (BBC). Im weltweiten Risikoindex gehört Afghanistan seit drei Jahren ununterbrochen zu denjenigen fünf Ländern, die die höchsten menschlichen Krisen und Zerwürfnisse aufweisen (INFORM index for risk management). Und auch die Vereinten Nationen stufen, dem Guardian zufolge, Afghanistan wieder als Land in "aktivem Konflikt" ein. Dies bestätigt auch ein aktuelles Gutachten von Friederike Stahlmann: "Die Gefahr, allein aufgrund der Anwesenheit in Afghanistan einen ernsthaften Schaden hinsichtlich des Lebens oder der körperlichen Unversehrtheit zu erleiden, besteht im gesamten Staatsgebiet" (Gutachten Afghanistan).

Laut Bundestagsdrucksache 19/632 vom 05.02.2018 hält sogar die Bundesregierung die Sicherheitslage in Afghanistan für „weiterhin volatil“ und von „starken regionalen Unterschieden“ geprägt, also für unsicher.

Und trotz dieser alarmierenden Kenntnisse ist die bereinigte Schutzquote im Asylverfahren für Afghan*innen von 77,6 % (2015) auf 52,2% (2018) gesunken (BAMF), obwohl Expert*innen im weiteren Verlauf des Jahres mit weiteren Verschlechterungen der Sicherheitslage in Afghanistan rechnen (ZDF).
Nicht einmal vor Abschiebungen macht die Bundesregierung halt. Abschiebungen nach Afghanistan werden weiterhin „konsequent umgesetzt“. Seit Ende 2016 fanden bisher insgesamt 29. Sammelabschiebungen nach Afghanistan statt, welche bislang mehrere hundert Afghan*innen betrafen.

Weitere Hintergrundinformationen zum Herkunftsland Afghanistan finden Sie bei PRO ASYL

Rechtssprechung mit Bezug auf Afghanistan finden Sie gebündelt beim Informationsverbund Asyl & Migration.


Pressemitteilungen, Unsicheres Afghanistan Abschiebekrimi: Was von gestern bleibt

Pressemitteilung des Bayerischen Flüchtlingsrat e.V. vom 20. März 2019:

Unverhältnismäßiger Polizeieinsatz in Nürnberg | Jan Ali H. wurde kurzfristig vom Flug genommen | 21 Personen nach Afghanistan abgeschoben

Gestern, Dienstag den 19. März 2019, fand die mittlerweile 22. Sammelabschiebung...

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Aktuell, Unsicheres Afghanistan Neuer UNAMA-Bericht zu Afghanistan veröffentlicht

Dem neuen Bericht der UN-Mission in Afghanistan (UNAMA) und des UN-Hochkommissariats für Menschenrechte zufolge wurden im Jahr 2018 mindestens 3.804 Zivilisten getötet. Das sind elf Prozent mehr als im Jahr zuvor.  Und auch die Zahl der verletzten Zivilpersonen stieg um zwei Prozent auf 7.189.

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Unsicheres Afghanistan, Pressemitteilungen Afghanistan: Bundesregierung muss Sicherheitslage realistisch bewerten

Pressemitteilung von PRO ASYL vom 16. Januar 2019: 
PRO ASYL: 6 von 10 BAMF-Ablehnungen zu Afghanistan werden von Gerichten kassiert
Die Bundesregierung darf die Lage in Afghanistan nicht weiter schönreden.  Eine von PRO ASYL erstellte interaktive Karte zeigt, dass in jüngster Zeit fast alle...

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Pressemitteilungen, Unsicheres Afghanistan Weitere Sammelabschiebung des Bundes nach Kabul

Pressemitteilung des Bayerischen Landesamt für Asyl und Rückführungen vom 8. Januar 2019:36 ausreisepflichtige afghanische Staatsangehörige wurden abgeschobenGestern Abend gegen 21 Uhr startete vom Flughafen München aus ein vom Bundesinnenministerium organisierter Sammelcharter mit insgesamt 36...

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Unsicheres Afghanistan, Pressemitteilungen Schon wieder ein Sammelabschiebeflieger in das kriegszerrüttete Afghanistan

Pressemitteilung von PRO ASYL vom 8. Januar 2019: PRO ASYL: Bundesregierung setzt Menschenleben aufs SpielAm heutigen Dienstag ist der mittlerweile 20. Sammelabschiebeflieger in Kabul gelandet. Trotz katastrophaler Sicherheitslage im Land forciert die Bundesregierungen weiter Abschiebungen in das...

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Ehrenamtspreis des Flüchtlingsrates NRW

Der Flüchtlingsrat NRW verlieh den Ehrenamtspreis erstmals 2016 anlässlich seines dreißigjährigen Bestehens. Mit diesem Preis möchte der Flüchtlingsrat NRW das ehrenamtliche Engagement von in der Flüchtlingshilfe aktiven Initiativen und Einzelpersonen in NRW ehren und diese in ihrer Arbeit stärken.

Weitere Informationen zum Ehrenamtspreis finden Sie hier.

Forum Landesunterbringung


Neues Webforum "Flüchtlinge in Landesaufnahmeeinrichtungen in NRW (WFL.NRW)" jetzt online!
Das Webforum möchten einen Einblick in die Situation von Flüchtlingen in Landesaufnahmeeinrichtungen ermöglichen.

Das Webforum finden Sie hier.

(Aktualisierter) Flyer zur Entkräftung von Vorurteilen erschienen!

Der Flyer "Flüchtlinge sind an allem schuld!" (Stand April 2019) kann demnächst wieder gegen Erstattung der Portokosten unter initiativen@frnrw.de bestellt werden (Vorbestellungen nehmen wir auch jetzt schon entgegen).

Weitere Informationen zu dem Flyer finden Sie hier.


100 Jahre unschuldig in Haft!

„100 Jahre Abschiebehaft” richtet sich an alle, die sich für Abschiebehaftgefangene einsetzen (wollen) und von einer Gesellschaft ohne Abschiebehaft träumen. Bisher sind bereits zwei Veranstaltungen geplant: 

  • 10.-12.05.2019: Dezentrale Aktionstage vor allen Abschiebegefängnissen
  • 31.08.2019: Großdemo in Büren und Paderborn (Infos hier)

Kooperations- und Fördermöglichkeiten für flüchtlingspolitische Veranstaltungen und Projekte

Broschüre des FR NRW, Stand Juni 2019, zu verschiedenen Institutionen, die fortlaufend für eine finanzielle Unterstützung von Projekten und Veranstaltungen zu flüchtlingspolitischen Themen angefragt werden können.
Mehr dazu

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