Unsicheres Afghanistan

Die Zahl der zivilen Opfer in Afghanistan im vergangenen Jahr zeigt die Kontinuität der Bedrohung auf, die bereits im Jahr 2017 und davor deutlich war. Die Gesamtzahl der zivilen Opfer 2018 betrug 10.993, 3.804 getötete Zivilist*innen und 7.189 Verletzte (UNAMA/ Afghanistan).  Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Zahl der zivilen Opfer somit um 5% und die Zahl der getöteten Zivilist*innen sogar um 11%. Es gibt keine Gebiete in Afghanistan, die auf Dauer sicher sind.

BBC-Recherchen zufolge "lebt die Hälfte der Bevölkerung in Gegenden, die entweder von den Taliban kontrolliert werden oder in denen die Taliban offen präsent sind und regelmäßig Angriffe verüben" (BBC). Im weltweiten Risikoindex gehört Afghanistan seit drei Jahren ununterbrochen zu denjenigen fünf Ländern, die die höchsten menschlichen Krisen und Zerwürfnisse aufweisen (INFORM index for risk management). Und auch die Vereinten Nationen stufen, dem Guardian zufolge, Afghanistan wieder als Land in "aktivem Konflikt" ein. Dies bestätigt auch ein aktuelles Gutachten von Friederike Stahlmann: "Die Gefahr, allein aufgrund der Anwesenheit in Afghanistan einen ernsthaften Schaden hinsichtlich des Lebens oder der körperlichen Unversehrtheit zu erleiden, besteht im gesamten Staatsgebiet" (Gutachten Afghanistan).

Laut Bundestagsdrucksache 19/632 vom 05.02.2018 hält sogar die Bundesregierung die Sicherheitslage in Afghanistan für „weiterhin volatil“ und von „starken regionalen Unterschieden“ geprägt, also für unsicher.

Und trotz dieser alarmierenden Kenntnisse ist die bereinigte Schutzquote im Asylverfahren für Afghan*innen von 77,6 % (2015) auf 52,2% (2018) gesunken (BAMF), obwohl Expert*innen im weiteren Verlauf des Jahres mit weiteren Verschlechterungen der Sicherheitslage in Afghanistan rechnen (ZDF).
Nicht einmal vor Abschiebungen macht die Bundesregierung halt. Abschiebungen nach Afghanistan werden weiterhin „konsequent umgesetzt“. Seit Ende 2016 fanden bisher insgesamt 23 Sammelabschiebungen nach Afghanistan statt, welche bislang mehrere hundert Afghan*innen betrafen.

Weitere Hintergrundinformationen zum Herkunftsland Afghanistan finden Sie bei PRO ASYL

Rechtssprechung mit Bezug auf Afghanistan finden Sie gebündelt beim Informationsverbund Asyl & Migration.





Unsicheres Afghanistan, Pressemitteilungen Afghanistan: Bundesregierung muss Sicherheitslage realistisch bewerten

Pressemitteilung von PRO ASYL vom 16. Januar 2019: 
PRO ASYL: 6 von 10 BAMF-Ablehnungen zu Afghanistan werden von Gerichten kassiert
Die Bundesregierung darf die Lage in Afghanistan nicht weiter schönreden.  Eine von PRO ASYL erstellte interaktive Karte zeigt, dass in jüngster Zeit fast alle...

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Pressemitteilungen, Unsicheres Afghanistan Weitere Sammelabschiebung des Bundes nach Kabul

Pressemitteilung des Bayerischen Landesamt für Asyl und Rückführungen vom 8. Januar 2019:36 ausreisepflichtige afghanische Staatsangehörige wurden abgeschobenGestern Abend gegen 21 Uhr startete vom Flughafen München aus ein vom Bundesinnenministerium organisierter Sammelcharter mit insgesamt 36...

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Unsicheres Afghanistan, Pressemitteilungen Schon wieder ein Sammelabschiebeflieger in das kriegszerrüttete Afghanistan

Pressemitteilung von PRO ASYL vom 8. Januar 2019: PRO ASYL: Bundesregierung setzt Menschenleben aufs SpielAm heutigen Dienstag ist der mittlerweile 20. Sammelabschiebeflieger in Kabul gelandet. Trotz katastrophaler Sicherheitslage im Land forciert die Bundesregierungen weiter Abschiebungen in das...

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Unsicheres Afghanistan, Pressemitteilungen Bayern will Christen nach Kabul abschieben

Pressemitteilung des Bayerischen Flüchtlingsrats vom 7. Januar 2019:Für heute Abend ist die nächste Sammelabschiebung nach Kabul geplant. Unter den Abzuschiebenden ist auch ein afghanischer Flüchtling, der zum Christentum konvertiert ist.R. floh mit Familienangehörigen über Iran, Türkei und...

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Artikel der Welt vom 19. Dezember 2018:
Der Afghanistan-Trip der Verteidigungsministerin wirft ein Schlaglicht auf die Lage der Bundeswehr am Hindukusch. Trotz Milliardeninvestitionen bietet die afghanische Armee ein klägliches Bild. Und außerhalb ihres Feldlagers sind die Deutschen quasi blind.
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Anbei finden Sie einen umfangreichen Bericht zur "Entwicklung der wirtschaftlichen Situation, der Versorgungs- und Sicherheitslage in Herat, Mazar-e Sharif (Provinz Balkh) und Kabul" für den Zeitraum von 2010 bis 2018.Der Bericht von ACCORD (Austrian Centre for Country of Origin & Asylum Research...

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Ehrenamtspreis des Flüchtlingsrates NRW

Der Flüchtlingsrat NRW verlieh den Ehrenamtspreis erstmals 2016 anlässlich seines dreißigjährigen Bestehens. Mit diesem Preis möchte der Flüchtlingsrat NRW das ehrenamtliche Engagement von in der Flüchtlingshilfe aktiven Initiativen und Einzelpersonen in NRW ehren und diese in ihrer Arbeit stärken.

Weitere Informationen zum Ehrenamtspreis finden Sie hier.

Forum Landesunterbringung


Neues Webforum "Flüchtlinge in Landesaufnahmeeinrichtungen in NRW (WFL.NRW)" jetzt online!
Das Webforum möchten einen Einblick in die Situation von Flüchtlingen in Landesaufnahmeeinrichtungen ermöglichen.

Das Webforum finden Sie hier.

(Aktualisierter) Flyer zur Entkräftung von Vorurteilen erschienen!

Der Flyer "Flüchtlinge sind an allem schuld!" (Stand April 2019) kann demnächst wieder gegen Erstattung der Portokosten unter initiativen@frnrw.de bestellt werden (Vorbestellungen nehmen wir auch jetzt schon entgegen).

Weitere Informationen zu dem Flyer finden Sie hier.


100 Jahre unschuldig in Haft!

„100 Jahre Abschiebehaft” richtet sich an alle, die sich für Abschiebehaftgefangene einsetzen (wollen) und von einer Gesellschaft ohne Abschiebehaft träumen. Bisher sind bereits zwei Veranstaltungen geplant: 

  • 10.-12.05.2019: Dezentrale Aktionstage vor allen Abschiebegefängnissen
  • 31.08.2019: Großdemo in Büren und Paderborn (Infos hier)

Kooperations- und Fördermöglichkeiten für flüchtlingspolitische Veranstaltungen und Projekte

Broschüre des FR NRW, Stand April 2018, zu verschiedenen Institutionen, die fortlaufend für eine finanzielle Unterstützung von Projekten und Veranstaltungen zu flüchtlingspolitischen Themen angefragt werden können.
Mehr dazu

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