| Pressemitteilungen, Arbeitshilfen Neue Publikation: Schutz vor Gewalt während des gesamten Fluchtprozesses gewährleisten

Pressemitteilung Bonner International Center for Conversion (BICC) vom 14. Juni 2018:


Gewalt ist nicht nur eine Fluchtursache – auch während der Flucht erfahren Flüchtlinge verschiedene Arten von Gewalt. Ein neuer Bericht im Auftrag des Verbundprojekts „Flucht: Forschung und Transfer“ wertet die aktuelle Forschung über Gewalterfahrungen von Flüchtlingen aus. Die Autorin Prof. Ulrike Krause (Ruhr-Universität Bochum) kommt zu dem Schluss, dass Gewalterfahrungen und -gefahren in Konflikten, auf der Flucht und in Aufnahmesituationen oft anhalten und direkt miteinander zusammenhängen.


Eine besondere Gefahr sieht die Autorin in der humanitären Praxis, Flüchtlinge in Lagern unterzubringen. Dies scheint zwar für die Verwaltung der Hilfe einfach, sei aber zu kurz gedacht. Stattdessen kritisiert Autorin Ulrike Krause: „In den Lagern herrschen (institutionelle) Gewalt und Restriktion vor.“ Dies gelte sowohl für Lager in Herkunftsregionen als auch für Lager in Europa und Deutschland. „Obwohl die selbstständige Niederlassung keine absolute Garantie dafür ist, Gewalt zu unterbinden, bietet sie Geflüchteten eher die Möglichkeit, ein unabhängigeres Leben zu führen, eigene Zukunftsperspektiven zu schaffen und sich vor Ort zu integrieren.“
Zudem fordert Ulrike Krause: „Humanitäre und staatliche Organisationen im Flüchtlingsschutz sollten Schutz- und Unterstützungsmaßnahmen für alle Geflüchteten etablieren und die vielfältigen Gruppen – und zwar nicht nur die Opfer, sondern auch potenzielle Täter und Täterinnen – adäquat einbeziehen.“ Wenn die humanitäre Hilfe nicht die Stimmen und Bedürfnisse der Flüchtlinge berücksichtigt, könne dies dazu führen, dass Hilfsmaßnahmen Bedürftige nicht erreichen. So werde beispielsweise die schlichte Gegenüberstellung von „Opferfrauen“ und „Tätermänner“ der komplexen Realität von Gewalt und Flucht nicht gerecht.
Flüchtlingsschutz sei in jedem Fall nicht für, sondern nur mit den Geflüchteten zusammen zu entwickeln, um ihre Selbständigkeit – auch beim Schutz vor Gewalt - zu ermöglichen.
Der Forschungsbericht „Gewalterfahrungen von Geflüchteten“ und der Policy Brief „Geflüchtete vor Gewalt schützen“ wurden im Rahmen des vom Institut für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien (IMIS) der Universität Osnabrück sowie dem Bonner Friedens- und Konfliktforschungsinstitut BICC durchgeführten Verbundprojekts „Flucht: Forschung und Transfer“ erstellt, das vom Bundesforschungsministerium gefördert wird.

Forschungsbericht „Gewalterfahrungen von Geflüchteten“ von Ulrike Krause:
http://flucht-forschung-transfer.de/wp-content/uploads/2017/05/State-of-Research-03-Gewalterfahrungen-von-Fl%C3%BCchtlingen-Ulrike-Krause-1.pdf

Policy Brief „Geflüchtete vor Gewalt schützen“ von Ulrike Krause:
http://flucht-forschung-transfer.de/wp-content/uploads/2017/05/Policy-Brief-03-Gewalterfahrungen-von-Fl%C3%BCchtlingen-von-Ulrike-Krause-1.pdf

Zum Thema Gewaltgefahren für Geflüchtete erschien ebenfalls ein Artikel von von Ulrike Krause auf MiGazin:
http://www.migazin.de/2018/06/15/forschung-gewaltgefahren-fuer-gefluechtete/

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Ehrenamtspreis des Flüchtlingsrates NRW

Der Flüchtlingsrat NRW verlieh den Ehrenamtspreis erstmals 2016 anlässlich seines dreißigjährigen Bestehens. Mit diesem Preis möchte der Flüchtlingsrat NRW das ehrenamtliche Engagement von in der Flüchtlingshilfe aktiven Initiativen und Einzelpersonen in NRW ehren und diese in ihrer Arbeit stärken.

Weitere Informationen zum Ehrenamtspreis finden Sie hier.

Forum Landesunterbringung


Neues Webforum "Flüchtlinge in Landesaufnahmeeinrichtungen in NRW (WFL.NRW)" jetzt online!
Das Webforum möchten einen Einblick in die Situation von Flüchtlingen in Landesaufnahmeeinrichtungen ermöglichen.

Das Webforum finden Sie hier.

(Aktualisierter) Flyer zur Entkräftung von Vorurteilen erschienen!

Der Flyer "Flüchtlinge sind an allem schuld!" (Stand April 2019) kann demnächst wieder gegen Erstattung der Portokosten unter initiativen@frnrw.de bestellt werden (Vorbestellungen nehmen wir auch jetzt schon entgegen).

Weitere Informationen zu dem Flyer finden Sie hier.


100 Jahre unschuldig in Haft!

„100 Jahre Abschiebehaft” richtet sich an alle, die sich für Abschiebehaftgefangene einsetzen (wollen) und von einer Gesellschaft ohne Abschiebehaft träumen. Bisher sind bereits zwei Veranstaltungen geplant: 

  • 10.-12.05.2019: Dezentrale Aktionstage vor allen Abschiebegefängnissen
  • 31.08.2019: Großdemo in Büren und Paderborn (Infos hier)

Kooperations- und Fördermöglichkeiten für flüchtlingspolitische Veranstaltungen und Projekte

Broschüre des FR NRW, Stand Juni 2019, zu verschiedenen Institutionen, die fortlaufend für eine finanzielle Unterstützung von Projekten und Veranstaltungen zu flüchtlingspolitischen Themen angefragt werden können.
Mehr dazu

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