| Presseerklärungen des FRNRW Zeltstadt für Flüchtlinge inakzeptabel

Pressemitteilung des FR NRW vom 20. August 2014: Flüchtlingsrat NRW e.V. kritisiert die Errichtung einer Zeltstadt für Flüchtlinge in Duisburg.

Die Kommunen sind in NRW für die Unterbringung von Flüchtlingen zuständig. In Duisburg hat der Stadtdirektor Reinhold Spaniel in der vergangenen Woche bekannt gegeben, dass im Stadtteil Walsum auf einem ehemaligen Sportgelände an der Römerstraße eine Zeltstadt für Asylsuchende entstehen soll. In 20 Schlaf- und Gemeinschaftszelten des Deutschen Roten Kreuzes werden demnach insgesamt 150 Flüchtlinge bis zum Wintereinbruch untergebracht. Bis zu acht Personen müssen sich dann ein 30-Quadratmeter-Zelt teilen. Das bedeutet, dass jedem Flüchtling lediglich 3,75 Quadratmeter zustehen werden. Zudem müssen die Flüchtlinge, die schon ab Ende dieser Woche in der Zeltstadt einziehen sollen, auf Feldbetten schlafen, Duschcontainer und Dixi-Toiletten nutzen.

Der Flüchtlingsrat NRW kritisiert dieses Vorhaben der Stadt Duisburg massiv. „Auch wenn es sich nach Angaben des Sozialdezernenten Reinhold Spaniel  um eine Übergangslösung handeln soll, ist diese ‚Lösung‘ inakzeptabel und für die Stadt Duisburg beschämend, da es durchaus andere Möglichkeiten gäbe!“  kommentiert Heinz Drucks, Vorstandsmitglied des Flüchtlingsrates NRW.

Schon das Vorhaben der Stadt Duisburg, Turnhallen für die Unterbringung von Asylsuchenden zu nutzen, betrachtete der Flüchtlingsrat NRW mit großer Sorge. Die Errichtung von Zelten zeigt jedoch, dass die Stadt Duisburg, wie auch viele andere Kommunen in NRW, extrem schlecht auf den - angesichts der weltpolitischen Lage - zu erwartenden Anstieg der Flüchtlingszahlen vorbereitet und aufgrund dessen extrem überfordert ist. Die negativen Folgen dieses offensichtlichen Versäumnisses müssen dabei die Flüchtlinge tragen.

„Es ist uns ein Rätsel, wie es angesichts des in Duisburg vorhandenen Wohnungsleerstandes überhaupt zu dieser Notlösung kommen konnte!“  so Heinz Drucks weiter. „Die Kommunen fordern Bund und Länder derzeit häufig auf, sich mehr an den Unterbringungskosten zu beteiligen. Die Errichtung von Zelten ist jedoch insgesamt indiskutabel und in keiner Weise zu unterstützten! Wer so viel Leerstand hat, muss nicht auf solche Notlösungen zurückgreifen. Zudem eignen sich die Zelte schon bei den aktuellen und spätestens den in zwei Monaten eintretenden Witterungsverhältnissen nicht mehr für die Unterbringung der Flüchtlinge. Es ist somit auch noch verantwortungslos, Flüchtlinge, insbesondere Frauen und kleine Kinder, in Zelten unterzubringen!“ bemerkt  Heinz Drucks abschließend.

Der Flüchtlingsrat NRW fordert die Stadt Duisburg auf, ihr Unterbringungskonzept gründlich zu überdenken, die ihr zur Verfügung stehenden Gelder weniger für  Behelfsunterbringungen wie Turnhallen und Zelte auszugeben und vermehrt auf Vermieterinnen und Vermieter von leerstehenden Mietobjekten zuzugehen, damit Flüchtlinge in feststehenden Häusern untergebracht werden können.  

Für eventuelle Rückfragen stehen wir unter der angegebenen Telefonnummer gerne zur Verfügung.

gez. Antonia Kreul, Flüchtlingsrat Nordrhein-Westfalen e.V.

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