| Presseerklärungen des FRNRW PM: Menschenrechte auch für Flüchtlinge

Bochum, 08.12.2017
Pressemitteilung 16/2017


Zum Tag der Menschenrechte fordert der Flüchtlingsrat NRW die Umsetzung der in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte verankerten Gebote


Am 10. Dezember, dem Tag der Menschenrechte, wird die Einhaltung grundlegender Rechte, die für alle Menschen weltweit gelten, angemahnt.  Dabei muss der Blick nicht bis ins Ausland geworfen werden: auch in Nordrhein-Westfalen werden Menschenrechte systematisch verletzt.

Unter anderem sind in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte das Recht auf Bildung (Art. 26) und das Recht auf Arbeit (Art. 23) verankert.  Lautstark fordern wir seit 2016 in einer Kampagne: „Schule für Alle“! Doch in NRW haben weiterhin nicht alle Kinder Zugang zu Schulen. Solange geflüchtete Familien in nordrhein-westfälischen Landesaufnahmeeinrichtungen untergebracht sind, unterliegen die Kinder nicht der Schulpflicht. Gleichzeitig gilt in diesem Zeitraum, der sich derzeit von einigen Wochen bis zu mehr als einem Jahr erstreckt, ein generelles Arbeitsverbot. „Noch dramatischer wird die Situation, wenn die neue schwarz-gelbe Landesregierung ihre Pläne verwirklicht, die Unterbringungsdauer in diesen Einrichtungen auf bis zu zwei Jahren auszuweiten“, so Birgit Naujoks, Geschäftsführerin des Flüchtlingsrats NRW.  „Menschen werden so über lange Zeit hinweg bewusst und gewollt von der Teilhabe an der Gesellschaft ausgeschlossen.“

Auch andere Menschenrechte werden in Bezug auf Flüchtlinge missachtet. „Das Recht auf Schutz der Familie wird für viele Menschen, die aus Syrien oder anderen Kriegs- und Krisenländern geflohen sind, zum blanken Hohn, wenn sie ihre Angehörigen über Jahre hinweg nicht nach Deutschland holen dürfen“, so Naujoks. „Wir fordern von der NRW-Landesregierung, sich für Familienzusammenführung stark zu machen, anstatt sich an einem unsäglichen Diskurs zur Aufhebung des Abschiebungsstopps nach Syrien zu beteiligen“, so die Geschäftsführerin des Flüchtlingsrats NRW weiter.

Menschenrechte gelten auch für Flüchtlinge – diese eigentliche Selbstverständlichkeit gilt es am Tag der Menschenrechte leider noch einmal zu betonen.

Für eventuelle Rückfragen stehen wir Ihnen telefonisch gerne zur Verfügung.

Die Pressemitteilung als PDF-Datei finden Sie hier.


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Ehrenamtspreis des Flüchtlingsrates NRW

Der Flüchtlingsrat NRW verlieh den Ehrenamtspreis erstmals 2016 anlässlich seines dreißigjährigen Bestehens. Mit diesem Preis möchte der Flüchtlingsrat NRW das ehrenamtliche Engagement von in der Flüchtlingshilfe aktiven Initiativen und Einzelpersonen in NRW ehren und diese in ihrer Arbeit stärken.

Weitere Informationen zum Ehrenamtspreis finden Sie hier.

Forum Landesunterbringung


Neues Webforum "Flüchtlinge in Landesaufnahmeeinrichtungen in NRW (WFL.NRW)" jetzt online!
Das Webforum möchten einen Einblick in die Situation von Flüchtlingen in Landesaufnahmeeinrichtungen ermöglichen.

Das Webforum finden Sie hier.

(Aktualisierter) Flyer zur Entkräftung von Vorurteilen erschienen!

Der Flyer "Flüchtlinge sind an allem schuld!" (Stand April 2019) kann demnächst wieder gegen Erstattung der Portokosten unter initiativen@frnrw.de bestellt werden (Vorbestellungen nehmen wir auch jetzt schon entgegen).

Weitere Informationen zu dem Flyer finden Sie hier.


100 Jahre unschuldig in Haft!

„100 Jahre Abschiebehaft” richtet sich an alle, die sich für Abschiebehaftgefangene einsetzen (wollen) und von einer Gesellschaft ohne Abschiebehaft träumen. Bisher sind bereits zwei Veranstaltungen geplant: 

  • 10.-12.05.2019: Dezentrale Aktionstage vor allen Abschiebegefängnissen
  • 31.08.2019: Großdemo in Büren und Paderborn (Infos hier)

Kooperations- und Fördermöglichkeiten für flüchtlingspolitische Veranstaltungen und Projekte

Broschüre des FR NRW, Stand April 2018, zu verschiedenen Institutionen, die fortlaufend für eine finanzielle Unterstützung von Projekten und Veranstaltungen zu flüchtlingspolitischen Themen angefragt werden können.
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