Unsicheres Afghanistan

Die Zahl der zivilen Opfer in Afghanistan im vergangenen Jahr zeigt die Kontinuität der Bedrohung auf, die bereits im Jahr 2017 und davor deutlich war. Die Gesamtzahl der zivilen Opfer 2018 betrug 10.993, 3.804 getötete Zivilist*innen und 7.189 Verletzte. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Zahl der zivilen Opfer somit um 5% und die Zahl der getöteten Zivilist*innen sogar um 11%. Es gibt keine Gebiete in Afghanistan, die auf Dauer sicher sind. Für das erste Halbjahr 2019 zeigt sich erstmals seit 2012 ein positiver Trend. Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2018 ist die Zahl der zivilen Opfer um 27% gesunken (UNAMA/ Afghanistan).

BBC-Recherchen zufolge "lebt die Hälfte der Bevölkerung in Gegenden, die entweder von den Taliban kontrolliert werden oder in denen die Taliban offen präsent sind und regelmäßig Angriffe verüben" (BBC). Im weltweiten Risikoindex gehört Afghanistan seit drei Jahren ununterbrochen zu denjenigen fünf Ländern, die die höchsten menschlichen Krisen und Zerwürfnisse aufweisen (INFORM index for risk management). Und auch die Vereinten Nationen stufen, dem Guardian zufolge, Afghanistan wieder als Land in "aktivem Konflikt" ein. Dies bestätigt auch ein aktuelles Gutachten von Friederike Stahlmann: "Die Gefahr, allein aufgrund der Anwesenheit in Afghanistan einen ernsthaften Schaden hinsichtlich des Lebens oder der körperlichen Unversehrtheit zu erleiden, besteht im gesamten Staatsgebiet" (Gutachten Afghanistan).

Laut Bundestagsdrucksache 19/632 vom 05.02.2018 hält sogar die Bundesregierung die Sicherheitslage in Afghanistan für „weiterhin volatil“ und von „starken regionalen Unterschieden“ geprägt, also für unsicher.

Und trotz dieser alarmierenden Kenntnisse ist die bereinigte Schutzquote im Asylverfahren für Afghan*innen von 77,6 % (2015) auf 52,2% (2018) gesunken (BAMF), obwohl Expert*innen im weiteren Verlauf des Jahres mit weiteren Verschlechterungen der Sicherheitslage in Afghanistan rechnen (ZDF).
Nicht einmal vor Abschiebungen macht die Bundesregierung halt. Abschiebungen nach Afghanistan werden weiterhin „konsequent umgesetzt“. Seit Ende 2016 fanden bisher insgesamt 28. Sammelabschiebungen nach Afghanistan statt, welche bislang mehrere hundert Afghan*innen betrafen.

Weitere Hintergrundinformationen zum Herkunftsland Afghanistan finden Sie bei PRO ASYL

Rechtssprechung mit Bezug auf Afghanistan finden Sie gebündelt beim Informationsverbund Asyl & Migration.



Die afp berichtet am 9. September 2019: Die Bundespolizei hat ihre Arbeit in Afghanistan vorerst eingestellt. Nach einem Anschlag, der die Büros und Unterkünfte der Bundespolizei in der Hauptstadt Kabul zerstört habe, werde die Hälfte der 22 vor Ort präsenten Angehörigen des Polizeiprojekts nach...

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Anbei finden Sie den aktuellen Bericht der UNAMA zur Sicherheitssituation von Zivilist*innen in Afghanistan:
MIDYEAR UPDATE ON THE PROTECTION OF CIVILIANS IN ARMED CONFLICT:1 JANUARY TO 30 JUNE 2019*
In the first six months of 2019, the armed conflict continued to inflict significant harm on the...

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Aktuell, Pressemitteilungen, Unsicheres Afghanistan Abschiebung in den Krieg – Abschiebung in ein unbekanntes Land

Pressemitteilung des Bayerischen Flüchtlingsrats vom 27. August 2019:
27. Sammelabschiebung | Familientrennung | Menschen mit Ausbildungsperspektive und psychischen Krankheiten inhaftiert
Heute, am 27. August 2019 soll voraussichtlich der mittlerweile 27. Abschiebeflieger nach Afghanistan gehen....

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Unsicheres Afghanistan, Pressemitteilungen Politik ohne Flugscham – Charterabschiebung Nr. 26 nach Kabul

Pressemitteilung von PRO ASYL vom 29. Juli 2019: Opferzahlen in Afghanistan werden zum Teil ausgeblendet oder manipuliertAm morgigen 30. Juli 2019 soll  der nächste Abschiebungsflug nach Afghanistan abheben. Nach den Erfahrungen mit den letzten Flügen werden keineswegs nur Straftäter die...

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Mitteilung des UNHCR vom 9. Juni 2019: Abschiebungen im großen Umfang nach Afghanistan sind nach Ansicht von UNHCR, dem Hohen Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen, derzeit unrealistisch. „Die Sicherheitslage in dem Land lässt Rückführungen nur im Ausnahmefall zu. Und die Situation hat sich in...

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Pressemitteilungen, Aktuell, Unsicheres Afghanistan Einfach »weiter so« mit Abschiebungen nach Afghanistan?

Pressemitteilung von PRO ASYL vom 20. Mai 2019:PRO ASYL: Nach Kritik des Europ. Ausschusses zur Verhütung von Folter muss es Veränderungen in der Praxis gebenDer nächste Sammelabschiebungsflug nach Afghanistan ist für den 21.05. geplant. Der Europäische Ausschuss zur Verhütung von Folter und...

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Anbei finden Sie "Informationen gegen die Angst - Gegen Abschiebungen nach Afghanistan" (Stand März 2019) herausgegeben von Welcome to Europe:
Seit Deutschland regelmäßig Sammelabschiebungen nach Afghanistan durchführt, ist die Angst vor Abschiebung in der afghanischen Community groß. Viele...

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Ehrenamtspreis des Flüchtlingsrates NRW

Der Flüchtlingsrat NRW verlieh den Ehrenamtspreis erstmals 2016 anlässlich seines dreißigjährigen Bestehens. Mit diesem Preis möchte der Flüchtlingsrat NRW das ehrenamtliche Engagement von in der Flüchtlingshilfe aktiven Initiativen und Einzelpersonen in NRW ehren und diese in ihrer Arbeit stärken.

Weitere Informationen zum Ehrenamtspreis finden Sie hier.

Forum Landesunterbringung


Neues Webforum "Flüchtlinge in Landesaufnahmeeinrichtungen in NRW (WFL.NRW)" jetzt online!
Das Webforum möchten einen Einblick in die Situation von Flüchtlingen in Landesaufnahmeeinrichtungen ermöglichen.

Das Webforum finden Sie hier.

(Aktualisierter) Flyer zur Entkräftung von Vorurteilen erschienen!

Der Flyer "Flüchtlinge sind an allem schuld!" (Stand April 2019) kann demnächst wieder gegen Erstattung der Portokosten unter initiativen@frnrw.de bestellt werden (Vorbestellungen nehmen wir auch jetzt schon entgegen).

Weitere Informationen zu dem Flyer finden Sie hier.


100 Jahre unschuldig in Haft!

„100 Jahre Abschiebehaft” richtet sich an alle, die sich für Abschiebehaftgefangene einsetzen (wollen) und von einer Gesellschaft ohne Abschiebehaft träumen. Bisher sind bereits zwei Veranstaltungen geplant: 

  • 10.-12.05.2019: Dezentrale Aktionstage vor allen Abschiebegefängnissen
  • 31.08.2019: Großdemo in Büren und Paderborn (Infos hier)

Kooperations- und Fördermöglichkeiten für flüchtlingspolitische Veranstaltungen und Projekte

Broschüre des FR NRW, Stand Juni 2019, zu verschiedenen Institutionen, die fortlaufend für eine finanzielle Unterstützung von Projekten und Veranstaltungen zu flüchtlingspolitischen Themen angefragt werden können.
Mehr dazu

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