| Newsletter Newsletter Februar 2019

Liebe Leserinnen und Leser!

Als Unwort des Jahres, welches jeweils von einer Jury aus vier Sprachwissenschaftlerinnen einer Journalistin und einem jährlich wechselnden Gast gekürt wird, wurde für 2018 "Anti-Abschiebe-Industrie" ausgewählt. In der Pressemitteilung der Initiatorinnen der sprachkritischen Aktion vom 15.01.2019 heißt es, das Wort zeige, "wie sich der politische Diskurs sprachlich und in der Sache nach rechts verschoben hat.“

Die Sprecherin der unabhängigen Jury, Prof. Dr. Nina Janich, erklärte in der Pressemitteilung, “der Ausdruck unterstellt denjenigen, die abgelehnte Asylbewerber rechtlich unterstützen und Abschiebungen auf dem Rechtsweg prüfen, die Absicht, auch kriminell gewordene Flüchtlinge schützen und damit in großem Maßstab Geld verdienen zu wollen.“

Der Ausdruck Industrie suggeriere zudem, es würden dadurch überhaupt erst Asylberechtigte „produziert”. Zudem erläutert Janich, „der Ausdruck Anti-Abschiebe-Industrie wurde im Mai 2018 durch Alexander Dobrindt, den Vorsitzenden der CSU-Landesgruppe im Deutschen Bundestag, als offensichtlicher Kampfbegriff in die politische Diskussion eingeführt: Eine „aggressive Anti-Abschiebe-Industrie“, so Dobrindt, sabotiere die Bemühungen des Rechtsstaates und gefährde die öffentliche Sicherheit.“ 

Als Teil dieser „Anti-Abschiebe-Industrie“ möchten wir in diesem Newsletter, neben vielen anderen Themen, auf den Menschenhandel zur Lösegelderpressung eingehen. Außerdem widmen wir uns umfänglich den aktuellen Zahlen in der Asylstatistik 2018 sowie den fehlerhaften Entscheidungen beim BAMF. Weiter berichten wir über die Zahlen zu Abschiebungen und Dublin-Überstellungen im Jahr 2018 und in diesem Zusammenhang über die unmenschlichen Abschiebungen aus Krankenhäusern. Außerdem geht es um die „sicheren“ Herkunftsstaaten und die Rückforderungen von Flüchtlingsbürginnen. Am Ende unseres Newsletters berichten wir über die hohen Gebühren in Flüchtlingsunterkünften in NRW. 

Wenn Ihr einen Artikel in diesem Newsletter kommentieren, kritisieren oder loben wollt, schreibt einfach eine E-Mail an die Adresse . Unter www.frnrw.de könnt Ihr Euch für den Newsletter an- oder abmelden.

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Ehrenamtspreis des Flüchtlingsrates NRW

Der Flüchtlingsrat NRW verlieh den Ehrenamtspreis erstmals 2016 anlässlich seines dreißigjährigen Bestehens. Mit diesem Preis möchte der Flüchtlingsrat NRW das ehrenamtliche Engagement von in der Flüchtlingshilfe aktiven Initiativen und Einzelpersonen in NRW ehren und diese in ihrer Arbeit stärken.

Weitere Informationen zum Ehrenamtspreis finden Sie hier.

#NichtMeineLager

PRO ASYL und die landesweiten Flüchtlingsräte warnen vor Ausgrenzung und Isolation von Geflüchteten in Lagern, AnkER-Zentren und anderen Orten der Stigmatisierung und Entwürdigung.

Zum Tag des Flüchtlings 2018 startete deswegen die Kampagne #NichtMeineLager.
Die Broschüre zu der Kampagne finden Sie hier.

(Aktualisierter) Flyer zur Entkräftung von Vorurteilen erschienen!

Der Flyer "Flüchtlinge sind an allem schuld!"  kann ab sofort gegen Erstattung der Portokosten unter initiativen.at.frnrw.de bestellt werden.
Weitere Informationen zu dem Flyer finden Sie hier.


100 Jahre unschuldig in Haft!

„100 Jahre Abschiebehaft” richtet sich an alle, die sich für Abschiebehaftgefangene einsetzen (wollen) und von einer Gesellschaft ohne Abschiebehaft träumen. Bisher sind bereits zwei Veranstaltungen geplant: 

  • 10.-12.05.2019: Dezentrale Aktionstage vor allen Abschiebegefängnissen
  • 31.08.2019: Großdemo in Büren und Paderborn (Infos hier)

Kooperations- und Fördermöglichkeiten für flüchtlingspolitische Veranstaltungen und Projekte

Broschüre des FR NRW, Stand April 2018, zu verschiedenen Institutionen, die fortlaufend für eine finanzielle Unterstützung von Projekten und Veranstaltungen zu flüchtlingspolitischen Themen angefragt werden können.
Mehr dazu

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Gefördert u.a. durch:

Das Projekt Infonetz wird aus Mitteln des Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds gefördert.

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