| Unsicheres Afghanistan, Pressemitteilungen Afghanistan-Charter: Warum wir vor Abschiebungen warnen

Pressemitteilung des Bayerischen Flüchtlingsrat vom 25. April 2019:

Bayern hat wieder gut integrierte Flüchtlinge nach Kabul abgeschoben

Gestern Abend wurden vom Flughafen Düsseldorf 30 Afghanen nach Kabul abgeschoben, darunter wieder gut integrierte Afghanen aus Bayern. Herr A aus Günzburg, seit fast neun Jahren in Deutschland, hat gearbeitet, bis er ein Verbot der Ausländerbehörde bekam. Ehrenamtlich engagierte er sich in einem Verein, er war auf der Suche nach einer Ausbildungsstelle. Seine Tazkira liegt der Behörde vor, im Mai soll der von ihm beantragte Pass beim Konsulat abgeholt werden können. Sowohl in Günzburg als auch beim Verein COMMIT hat er Freunde gefunden, sein Engagement wird geschätzt. Gestern Mittag wurde er verhaftet und zum Sammel-Abschiebeflug gebracht. Ein junger Afghane aus dem Landkreis Wunsiedel wurde gestern früh verhaftet, er und seine afghanische Verlobte bereiteten die Heirat vor. Ein 21jähriger Afghane aus Oberbayern wurde abgeschoben, obwohl er krank und psychisch labil ist. Seine Freunde im Ort sind entsetzt und haben Angst, dass er sich in Kabul etwas antut.

„In der Politik wird darüber diskutiert, ob Deutschland nur noch Straftäter abschieben soll. In Bayern treiben diese Debatte die Freien Wähler mit ihrem Koalitionspartner CSU voran. Dessen ungeachtet werden weiterhin gut integrierte und sozial engagierte Flüchtlinge abgeschoben. Beziehungen werden auseinandergerissen, nur um die politisch geforderten hohen Abschiebezahlen zu erreichen. Selbst Eingaben an die bayerische Härtefallkommission werden missachtet, um Abschiebungen durchzusetzen“, kritisiert Stephan Dünnwald, Sprecher des Bayerischen Flüchtlingsrats. „Wir warnen vor Abschiebungen, damit so etwas nicht passiert. Wir treten dafür ein, dass Flüchtlinge ein Bleiberecht bekommen, Beziehungen nicht durch Abschiebung auseinandergerissen werden, und dass Menschen nicht noch schnell abgeschoben werden, kurz bevor ihr Fall in der Härtefallkommission bearbeitet werden kann. Die rigide Abschiebepolitik der bayerischen Staatsregierung, die Angst und Schrecken bei allen Flüchtlingen und ihren Unterstützer*innen verbreitet, lehnen wir strikt ab!“

Bei Rückfragen und Interviewwünschen wenden Sie sich bitte an:

Stephan Dünnwald | Bayerischer Flüchtlingsrat | Tel: 089-762234 | 0177 7216830

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Ehrenamtspreis des Flüchtlingsrates NRW

Der Flüchtlingsrat NRW verlieh den Ehrenamtspreis erstmals 2016 anlässlich seines dreißigjährigen Bestehens. Mit diesem Preis möchte der Flüchtlingsrat NRW das ehrenamtliche Engagement von in der Flüchtlingshilfe aktiven Initiativen und Einzelpersonen in NRW ehren und diese in ihrer Arbeit stärken.

Weitere Informationen zum Ehrenamtspreis finden Sie hier.

Forum Landesunterbringung


Neues Webforum "Flüchtlinge in Landesaufnahmeeinrichtungen in NRW (WFL.NRW)" jetzt online!
Das Webforum möchten einen Einblick in die Situation von Flüchtlingen in Landesaufnahmeeinrichtungen ermöglichen.

Das Webforum finden Sie hier.

(Aktualisierter) Flyer zur Entkräftung von Vorurteilen erschienen!

Der Flyer "Flüchtlinge sind an allem schuld!" (Stand April 2019) kann demnächst wieder gegen Erstattung der Portokosten unter initiativen@frnrw.de bestellt werden (Vorbestellungen nehmen wir auch jetzt schon entgegen).

Weitere Informationen zu dem Flyer finden Sie hier.


100 Jahre unschuldig in Haft!

„100 Jahre Abschiebehaft” richtet sich an alle, die sich für Abschiebehaftgefangene einsetzen (wollen) und von einer Gesellschaft ohne Abschiebehaft träumen. Bisher sind bereits zwei Veranstaltungen geplant: 

  • 10.-12.05.2019: Dezentrale Aktionstage vor allen Abschiebegefängnissen
  • 31.08.2019: Großdemo in Büren und Paderborn (Infos hier)

Kooperations- und Fördermöglichkeiten für flüchtlingspolitische Veranstaltungen und Projekte

Broschüre des FR NRW, Stand April 2018, zu verschiedenen Institutionen, die fortlaufend für eine finanzielle Unterstützung von Projekten und Veranstaltungen zu flüchtlingspolitischen Themen angefragt werden können.
Mehr dazu

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