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| Kinder und Familie, Familiennachzug Immer weniger SyrerInnen können ihre Familie nachholen

2016 entschied das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) über fast 295.000 Asylanträge von Syrerinnen. 164.000 von ihnen wurden als Flüchtlinge nach der Genfer Flüchtlingskonventionen anerkannt; mehr als 120.000 erhielten hingegen nur subsidiären Schutz. 2015 erhielten von 103.845 syrischen Flüchtlingen hingegen noch 97,4 Prozent den vollen Flüchtlingsschutz. Im März 2016 wurde im Rahmen des sogenannten Asylpakets II der Familiennachzug für Flüchtlinge mit subsidiärem Schutz bis zum 16. März 2018 ausgesetzt, was eine jahrelange Trennung von Familien bedeutet. Aber auch für die laut einem internen Bericht der Bundesregierung knapp 268.000 syrischen Flüchtlinge in Deutschland, die Anspruch auf Familiennachzug haben, kann die Trennung von der Familie auch nach erfolgter Anerkennung über ein Jahr dauern. Die Antwort auf die Kleine Anfrage „Verstärkte Erteilung subsidiären Schutzes für syrische Flüchtlinge und Einschränkung des Familiennachzugs“ (Drucksache 18/11473) der Fraktion DIE LINKE im Bundestag zeigt, dass in den deutschen Auslandsvertretungen im „Nahen Osten“ 2016 nur rund 40.000 Visa für Syrerinnen erteilt wurden und dass die Antragstellerinnen mit Wartezeiten bis zu 14 Monaten rechnen müssen. Welche Folgen die lange Trennung der Familien haben kann, zeigt ein Artikel der Internetzeitung report-D vom 30.03.2017 über die Tragödie eines syrischen Familienvaters aus Ratingen. Beim Schiffsunglück vor der türkischen Küste am 24.03.2017 seien seine Frau und die beiden kleinen Kinder ums Leben gekommen. Die Familie habe unter der Trennung gelitten, die aufgrund des subsidiären Schutzstatus des nach Deutschland geflüchteten Familienvaters mindestens noch bis März 2018 angedauert hätte, und habe daher die Flucht über das Mittelmeer gewagt.


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