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| Appell zum Weltkindertag

Appell zum Weltkindertag von der Aktionsgemeinschaft Junge Flüchtlinge in NRW:

Kommt mit! Zugangsbarrieren zu Jugendarbeit und Ferienfreizeiten für geflüchtete Kinder und Jugendliche abbauen

Nach Artikel 31 der UN-Kinderrechtskonvention sind die Vertragsstaaten der UN wie Deutschland aufgefordert, das Recht des Kindes auf volle Beteiligung am kulturellen und künstlerischen Leben sowie auf Spiel, Erholung und Freizeitbeschäftigung zu fördern. Die Realität sieht leider oft anders aus.

Gerade nach oft traumatisierenden Fluchterfahrungen ist das Recht auf Spiel, Erholung und Freizeitbeschäftigung wichtiger denn je. Die Träger der Kinder- und Jugendarbeit in NRW leisten dazu einen wichtigen Beitrag und bemühen sich vielerorts, geflüchteten jungen Menschen eine Teilhabe am kulturellen Leben einschließlich Fahrten ins In- und Ausland zu ermöglichen. Ihre Arbeit wird jedoch häufig von asylrechtlichen Regelungen erschwert.

Die Residenzpflicht für Ausländer bzw. geflüchtete junge Menschen in Kommunen mit einer Aufenthaltsgestattung zur Durchführung eines Asylverfahrens kann nach § 58 AsylG gelockert werden. Die Residenzpflicht verbietet auch kurzfristige Reisen über den Geltungsbereich der Aufenthaltsgestattung - oft nur eine Kommune oder ein Landkreis - hinaus, sofern nicht vorher eine Erlaubnis erteilt wurde. Das Verlassen des erlaubten Bereichs ist im Rahmen einer Ermessensentscheidung der Behörden möglich.

Die „Aktionsgemeinschaft Junge Flüchtlinge in NRW“ ermuntert die Praxis der Kinder- und Jugendhilfe ausdrücklich, geflüchtete Kinder und Jugendliche in den Kommunen aufzusuchen, in ihre Aktivitäten einzubeziehen und so eine Teilhabe am kulturellen und sozialen Leben zu ermöglichen. Die Aktionsgemeinschaft fordert alle kommunalen Ausländerbehörden auf, im Rahmen einer Ermessensentscheidung die Erlaubnis zu erteilen, an einer Fahrt ins Ausland teilzunehmen.

Die „Aktionsgemeinschaft Junge Flüchtlinge in NRW“ wird sich weiter dafür einsetzen, dass Angebote für geflüchtete Kinder in Kommunen - wie für alle jungen Menschen - auch außerhalb des erlaubten Aufenthaltsbereiches möglich sind und nicht am ausländerrechtlichen Status scheitern. Die Aktionsgemeinschaft bedauert es, dass wegen ggf. fehlender Identitätsklärung Menschen mit einer Duldung von Reisen ins Ausland ausgeschlossen sind, da die Duldung mit der Ausreise erlischt und die Wiedereinreise nicht erlaubt ist. Die Aktionsgemeinschaft fordert die Ausländerbehörden auf, durch die Erteilung kurzfristiger Aufenthaltserlaubnisse, die eine Wiedereinreise erlauben, auch hier eine Auslandsreise zu ermöglichen. Eine Ausländerbehörde kann für eine Auslandsreise in den Ferien für eine Person mit Duldung eine kurzfristige Aufenthaltserlaubnis ausstellen im Rahmen einer Ermessensentscheidung nach § 25 Abs. 4 AufenthG, wegen dringender humanitärer oder persönlicher Gründe.

Die „Aktionsgemeinschaft Junge Flüchtlinge in NRW“ fordert die Anwendung der UN-Kinderrechte für alle Kinder, egal woher sie kommen, wo sie leben, egal welchen Status und welchen sozioökonomischen Hintergrund sie haben.

Die Aktionsgemeinschaft dankt allen haupt- und ehrenamtlich Engagierten für die Zeit und Energie, die sie in die Integration von jungen geflüchteten Menschen investieren, und für die geschenkte Teilhabe und Freude, die sie jungen geflüchteten Menschen damit geben.

April 2018


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Ehrenamtspreis 2018

Am 17. November 2018 wird wieder der Ehrenamtspreis verliehen! 

Die Bewerbungsfrist endet am 25.03.2018.Weitere Informationen zum Ehrenamtspreis 2018 finden Sie hier.

30 Jahre Flüchtlingsrat NRW - Jetzt erst recht!

Der Flüchtlingsrat NRW wurde am 14. Dezember 1986 im Rahmen einer Tagung der Ev. Akademie Mülheim gegründet, um, zunächst als offenes Bündnis aktiv, die Arbeit der relativ jungen örtlichen Asylarbeitskreise und Flüchtlingsräte  im  großen  Flächenland  Nordrhein-Westfalen zu bündeln und geschlossen an die Landespolitik heranzutreten.

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(Aktualisierter) Flyer zur Entkräftung von Vorurteilen erschienen!

Der Flyer "Flüchtlinge sind an allem schuld!" kann ab sofort unter initiativen.at.frnrw.de bestellt werden.
Weitere Informationen zu dem Flyer finden Sie hier.


Handreichung zur Wohnsitzregelung

Informationen zur Wohnsitzregelung für anerkannte Flüchtlinge gemäß §12a AufenthG für Nordrhein-Westfalen – Stand 28.02.2017

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Kooperations- und Fördermöglichkeiten für flüchtlingspolitische Veranstaltungen und Projekte

Broschüre des FR NRW, Stand April 2018, zu verschiedenen Institutionen, die fortlaufend für eine finanzielle Unterstützung von Projekten und Veranstaltungen zu flüchtlingspolitischen Themen angefragt werden können.
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